Sie können sich den Textinhalt mit der Zugriffstaste Ihres Browsers und der Ziffer 1 vorlesen lassen. Bei Verwendung des Internet Explorers drücken Sie anschließend bitte die Enter-Taste.? Näheres zu Zugriffstasten finden Sie unter ?Informationen zum Vorlesesystem?.

Hilfsnavigation

Kontakt | Impressum | Datenschutz | Erklärung zur Barrierefreiheit | Hinweis-Formular | Bürgerservice | Wirtschaft & Tourismus | Bildung & Kultur | Grußwort

Volltextsuche

Informationen zum Vorlesesystem

01.08.2022
Landkreis Goslar und KreisWirtschaftsBetriebe bereiten Beschaffung eines Müllsammelfahrzeugs mit Wasserstoffantrieb vor


Datensammler erfasst derzeit Energiebedarf einer Restmülltour / Auch Depotbehälter für Pappe, Papier und Kartonagen werden umgerüstet

Mittel- bis langfristig sollen im Fuhrpark der KreisWirtschaftsBetriebe Goslar (KWB) für die Abfallwirtschaft auch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben eingesetzt werden. Um die Beschaffung eines Müllsammelfahrzeugs mit Wasserstoffantrieb vorzubereiten, ist derzeit ein sogenannter Datensammler auf den Straßen des Landkreises im Einsatz: Das dieselbetriebene Müllsammelfahrzeug ist mit Messtechniken ausgerüstet und erfasst auf einer Restmülltour verschiedene Parameter, um den Energiebedarf zu analysieren.

Landrat Dr. Alexander Saipa, KWB-Betriebsleiter Thomas Ebert, Projektmanagerin Michaela Meyer und Timo Rewitz, Fachdienstleiter Vertrieb, stellten das Fahrzeug am Donnerstagnachmittag vor. Der Datensammler ist seit dem 20. Juli 2022 im Einsatz und wird noch bis zum 2. August 2022 verschiedene Parameter des Energiebedarfs dokumentieren. Dabei geht es vor allem um topographische Besonderheiten, Fahrwege sowie die Anzahl der Leerungen. „Über diese Daten können wir festlegen, wie groß der Antrieb des Fahrzeugs sein muss, also wie viele Brennstoffzellen dafür benötigt werden“, erklärt Betriebsleiter Thomas Ebert.

Dies entscheide auch darüber, welche Kosten eingeplant werden müssen: Je mehr Brennstoffzellen ein Fahrzeug besitzt, desto teurer wird es. Seitens des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr wird die Beschaffung von Neufahrzeugen mit leichten und schweren Batterie- und Brennstoffzellen mit bis zu 90 Prozent der Investitionskosten beziehungsweise maximal 450.000 Euro gefördert.

Das erste Fahrzeug soll dabei nur der Anfang sein. Die Entscheidung, den Fuhrpark so umfassend wie möglich auf Wasserstoffantrieb umzurüsten, wurde einerseits aufgrund gesetzlicher Bestimmung wie dem Gesetz über die Beschaffung sauberer Straßenfahrzeuge (SaubFahrzeugBeschG) getroffen. „Aber natürlich spielt aktuell auch die Energiekrise mit hinein“, so Betriebsleiter Ebert. „Wir haben aufgrund der steigenden Treibstoffpreise in diesem Jahr bereits Mehrkosten in Höhe von 500.000 Euro. Je früher wir den Fuhrpark umrüsten, desto höher ist hier das Einsparpotenzial.“

Das Thema Wasserstoff als Energiequelle wird langfristig auch an breiterer Front im Landkreis Goslar verfolgt. Die KWB sollen dabei eine Vorreiterrolle einnehmen, kündigen Thomas Ebert und Landrat Dr. Alexander Saipa an: „Uns ist bewusst: Wir müssen uns vom Diesel als Brennstoff verabschieden, Wasserstoff als Energieträger bietet im Vergleich dazu viel Potenzial – Potenzial, das wir auch im Landkreis Goslar nachhaltig nutzen wollen“, sagt Landrat Dr. Alexander Saipa. „Unser Vorhaben lautet daher, regional die Voraussetzungen für die Herstellung von Wasserstoff zu schaffen und so dessen Nutzung im Kreisgebiet langfristig zu etablieren. Damit diese Pläne schnellstmöglich umgesetzt werden, werden bereits erste Gespräche mit ansässigen Unternehmen geführt, um den Bedarf zu ermitteln“, so Dr. Saipa.

Nicht nur beim Antrieb der Fahrzeuge setzen die KWB auf innovative Techniken: Im Bereich der Depotbehälter für Papier, Pappe und Kartonagen erfolgt die Leerung in Zukunft mithilfe eines neuen Systems. Statt mit einem Ladekran werden die Depotbehälter in Zukunft mit einem Seitenlader am Fahrzeug hochgehoben und anschließend ausgeleert – ähnlich wie bei den blauen Tonnen von Privathaushalten. Rund 340.000 Euro haben die KWB für ein Fahrzeug mit dieser Technik investiert.

Das neue System bietet dabei diverse Vorteile, so wird beispielsweise durch die alternative Leerungstechnik und den Einbau zusätzlicher Überwachungssysteme die Sicherheit für die Beschäftigten und für die Umgebung gleichermaßen erhöht.

Durch die schnellere Leerung planen die KWB, die Leerungsintervalle der Standplätze zu verkürzen: „Wir erhoffen uns, die Depotbehälter in Zukunft so zweimal wöchentlich leeren zu können – dadurch wollen wir auch der Verunreinigung entgegen wirken“, erklärt Betriebsleiter Thomas Ebert.

Um die neue Technik im gesamten Kreisgebiet einzusetzen, müssen an den rund 200 Standplätzen neue Container ausgeliefert werden. Im Stadtgebiet Seesen und den dazugehörigen Ortschaften erfolgt die Auslieferung der neuen, silbernen Depotbehälter bereits seit Ende Juli, bis 2024 soll die Umrüstung im gesamten Kreisgebiet abgeschlossen sein.