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Klimaschutz sichtbar machen: Die "Grüne Hausnummer" für engagierte Hausbauer

 
Grüne Hausnummer
© Dawin Meckel 

Wer seinen Altbau energetisch saniert oder bereits beim Neubau auf eine gute Energieeffizienz seines Hauses achtet, sorgt vor. Einsparungen bei den steigenden Energiekosten sind garantiert. Doch noch wichtiger für die Allgemeinheit ist der Beitrag für den Klimaschutz. Jeder Einzelne kann sich durch entsprechendes Engagment gegen den Klimawandel einsetzen.

Dieses Engagement wird jetzt sichtbar gemacht: Mit der "Grünen Hausnummer" werden Gebäudeeigentümer ausgezeichnet, die Ihr Haus nach dem 1. Oktober 2009 nach energetischen Gesichtspunkten gebaut oder saniert haben.

Als "Gütesiegel" für klimaschonendes Handeln vergibt die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Goslar und der Energie Ressourcen Agentur Goslar (ERA) die "Grüne Hausnummer".

Energieeffizienz statt Energieverschwendung

Bis zu 85% des Energiebedarfs in privaten Haushalten wird für Heizung und Warmwasser benötigt. Mit moderner Technologie und einer effizienten Gebäudedämmung ist großes Einsparpotenzial gegeben. Grund genug für viele Hausbesitzer, bestehende Gebäude energetisch zu sanieren oder beim Neubau bereits auf neueste Standards zu setzen.

Standards setzt unter anderem die KfW-Bank mit Förderprogrammen für energieeffizientes Bauen. KfW115, 100, 85, 70, 55, 40 oder auch das Passivhaus – all diese Begriffe kennzeichnen die Energieeffizienz des Gebäudes. Je niedriger die Zahl, umso geringer ist der Energiebedarf im Vergleich zu Referenzgebäuden. Die stolzen Besitzer der effizientesten Häuser können sich jetzt um die Grüne Hausnummer bewerben.

Je mehr Menschen sich für eine energieeffiziente Bauweise entscheiden, umso weniger wertvolle Energie wird sinnlos verschwendet. Daher soll die Grüne Hausnummer auch zum Mitmachen anregen. Energieeffizienz in der Öffentlichkeit sichtbar machen ist hier die Devise.

Machen Sie mit: Bewerben Sie sich um die "Grüne Hausnummer"!


Machen Sie mit und bewerben Sie sich um die "Grüne Hausnummer"!

 So geht's - Bewerbungsablauf "Grüne Hausnummer"

  1. Bewerbungsbogen herunterladen, ausfüllen und mit allen angeforderten Unterlagen und Nachweisen einsenden an:
       
         Landkreis Goslar

         Steuerungsbereich
         Kreisentwicklung - Klimaschutzmanagement
         Frau Nestmann
         Klubgartenstraße 6
         38640 Goslar

    oder per E-Mail an

        elisa.nestmann@landkreis-goslar.de

  2. Der Prüfung der Unterlagen durch die Klimaschutzmanagerin und die Energie Ressourcen Agentur Goslar folgt die Klärung eventueller Rückfragen mit den Bewerbern sowie stichprobenartige Begutachtung der Objekte.

  3. Nach erfolgter Prüfung werden die Bewerber/innen über die Ergebnisse informiert. Die ausgezeichneten Bewerber/innen werden auch in den lokalen Medien genannt.

 

Den Bewerbungsbogen erhalten Sie hier:

Bewerbungsbogen Grüne Hausnummer Landkreis Goslar 2020 [PDF: 700 kB]

FAQ - Projekt "Grüne Hausnummer"

Was ist die "Grüne Hausnummer"?

  • ein Projekt der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen und des Landkreises Goslar
  • eine Auszeichnung für das Klimaschutz-Engagement privater Gebäudebesitzer
  • ein Anreiz, den Sanierungsstand des eigenen Hauses zu überprüfen

 

Wer kann sich bewerben?

Private Hauseigentümer von

  • Neubauten, die den KfW-Effizienzhausstandard 55 erfüllen oder übertreffen
  • Altbauten, die nach dem 1. Oktober 2009 saniert wurden
    • Sie können die Grüne Hausnummer auch erhalten, wenn die Sanierung oder der Neubau vor dem 1. Oktober 2009 stattgefunden hat. Sie müssen jedoch nachweisen, dass das Gebäude die ab dem 1. Oktober 2009 gültigen KfW-Effizienzhausstandards erfüllt

 

Welche Maßnahmen fließen in die Bewertung ein (Beispiele)?

  • Einsatz von Holzpellet-, Biomasseheizung oder Wärmepumpe
  • Nutzung von Solaranlage zur Trinkwassererwärmung
  • Außenwand- und Dachdämmung
  • neue Fenster mit Dreifachverglasung

 

Wieviele Maßnahmen müssen bei einer durch Einzelmaßnahmen erfolgten Sanierung durchgeführt worden sein?

  • Erfolgte eine Sanierung durch Einzelmaßnahmen sind mindestens drei durchgeführte Maßnahmen aus dem Bewerbungsbogen Grüne Hausnummer erforderlich. Mindestens zwei Maßnahmen davon müssen die Gebäudehülle betreffen. 

 

Was kostet die Teilnahme?

  • Die Teilnahme ist kostenlos

 

Welche Vorteile hat der Hausbesitzer?

  • Sichtbarkeit des Engagements für den Klimaschutz
  • Überprüfung der bisherigen Maßnahmen mit Blick auf Energieeffizienz
  • bei Verkaufsabsichten zusätzliche Aufwertung des Objektes

Ihr Standard reicht noch nicht aus? Profitieren Sie von Energieberatung und Förderung

Wenn Sie als Hausbesitzer jetzt neugierig geworden sind und eine energetische Sanierung Ihres Gebäudes in Betracht ziehen, dann nutzen Sie die kostenlose und neutrale Erstberatung der Energie Ressourcen Agentur Goslar (ERA). In einem persönlichen Gespräch werden die Möglichkeiten für Ihr Haus besprochen. Auch Informationen zu den aktuellen Förderprogrammen werden Sie erhalten.

Wurden die energetischen Sanierungsmaßnahmen erst einmal umgesetzt, steht einer Auszeichnung in einer der kommenden Bewerbungsphasen der Grünen Hausnummer nichts im Wege.

Grüne Hausnummern in Niedersachsen

Die Idee der Grünen Hausnummer kommt ursprünglich aus dem Saarland und wird dort bereits seit 1996 vergeben. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) hat ihre "Grüne Hausnummer" 2015 entwickelt und in einigen Regionen und Landkreisen gestartet. Bisher hat sie über 850 "Grüne Hausnummern" vergeben. Seit Anfang Oktober 2017 gibt es die Auszeichnung auch im Landkreis Goslar. Da das Projekt 2017 eine positive Resonanz erhielt, ging die Grüne Hausnummer im Landkreis Goslar 2019 in die zweite Runde.

Detaillierte Informationen zum Projekt und zu den landesweit ausgezeichneten Objekten sind unter https://www.klimaschutz-niedersachsen.de/projekte/grune-hausnummer.html abrufbar.

Die „Grüne Hausnummer" schmückt seit Januar 2020 neun weitere Immobilien im Landkreis Goslar 

Verleihung GH 2020
© Lohmann 
Ein Viertel des Endenergieverbrauches in Deutschland entsteht durch private Haushalte. Diese verwenden mehr als zwei Drittel ihrer Endenergie für Raum- und Heizwärme. Bei schlecht bis gar nicht isolierten Häusern sogar bis zu 85 %. Das Einsparpotenzial durch Sanierung der Gebäudehülle und -technik ist also entsprechend hoch. Aus diesem Grund ist es auch unverzichtbar, die energetische Sanierung des Gebäudebestands deutlich zu steigern, wollen wir mittelfristig das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands erreichen.

Mit der "Grünen Hausnummer" möchte der Landkreis Goslar daher auf gute Beispiele aufmerksam machen, die zeigen, dass energieeffizientes Sanieren möglich ist und viele Vorteile mit sich bringt. In Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) und der Energie Ressourcen Agentur Goslar (ERA) ging das Projekt nach dem erfolgreichen Kampagnenstart im Jahr 2017, im Herbst 2019 nun in eine erneute Bewerbungsrunde.

Am 20.01.2020 konnten 8 Gebäudebesitzer und -besitzerinnen ihre Auszeichnung von Landrat Thomas Brych und Klimaschutzmanagerin, Elisa Nestmann, entgegennehmen.

Landrat Thomas Brych zeigte sich dabei besonders beeindruckt von dem Engagement und Idealismus der Teilnehmer.

So haben beispielsweise die Eheleute Meike und Volker Gärtner ein Mehrfamilienhaus in der Goslarer Altstadt saniert, das den Aufzeichnungen zufolge vermutlich um 1600 errichtet wurde. Zum Start der Sanierungsmaßnahme glich das denkmalgeschützte Objekt einer Ruine, das durch einen Dachstuhlbrand aus dem Jahr 2013 stark in Mitleidenschaft gezogen war. Heute erstrahlt das Gebäudeensemble in neuem Glanz und wurde mit KfW geförderten Einzelmaßnahmen energetisch ertüchtigt.

Eindruck hinterließ unter anderem auch das Sanierungsprojekt der Familie Bathcke, die ein um 1891 errichtetes Einfamilienhaus in Goslar mit viel Einsatz in ein KfW-Effizienzhaus 100 verwandelt haben. Die Immobilie, die das Ehepaar im Juni 2017 erworben hat, wurde im Juli 2017 zu allem Überfluss noch vom Hochwasser im Kellerbereich überflutet. Von derlei Unwägbarkeiten ließ sich das junge Paar jedoch nicht abhalten, sondern steckte nicht nur Geld, sondern auch viel Zeit und Leidenschaft in das Sanierungsprojekt.

Ausgezeichnet wurden:

Mathias Fricke aus Nauen: Sanierung eines Einfamilienhauses von 1825 zum KfW Effizienzhaus 100
Maßnahmen: Dämmung Fußboden, obere Geschossdecke, Fassade; Einbau Gasbrennwerttherme mit Solarthermieanlage (Heizung und Warmwasser), Wasserführender Kamin zur Heizungsunterstützung

Sabrina & Christoph Bathcke aus Goslar: Sanierung eines Einfamilienhauses von 1891 zum KfW Effizienzhaus 100
Maßnahmen: Dämmung Fassade, Dach, Fußboden, dreifachverglaste Fenster; Lehmputz (80 % der Wände)

Jena & Ulrich Schmitz aus Goslar: Sanierung eines Einfamilienhauses von 1972 zum KfW Effizienzhaus 100
Maßnahmen: Dämmung Außen und Bodenplatte mit Schaumglas; Dreifachverglasung; Röhrenkollektoren und Solarwärmetauscher, Solarpuffer-Schichtenspeicher, Photovoltaikanlage, Regenwassernutzungsanlage  

Volker & Meike Gärtner aus Goslar: Sanierung eines denkmalgeschützten Mehrfamilienhauses von ca. 1630 durch KfW Einzelmaßnahmen sowie eines Einfamilienhauses von 1898 durch KfW Einzelmaßnahmen. Hier wurden 3 Hausnummern vergeben.
Maßnahmen: Komplettsanierung in Ökobauweise mit Firmen aus der Region: Erneuerung des Fachwerks; Dämmung Innen, Dach und Boden; Fußbodenheizung im Erdgeschoss + Kombitherme

Frauke Hahn aus Bad Harzburg, alter Stadtkern Schulenrode: Sanierung eines denkmalgeschützten Fachwerk-Einfamilienhauses mit Lehmbauweise, Fachwerkfassade und Harzer Querverschlag von ca. 1650 durch Einzelmaßnahmen unter Verwendung nachhaltiger Baumaterialien
Maßnahmen: Dämmung Fassade, Fußboden, Dachflächen + Innendämmung mit ökologischen Strohbauplatten; Erneuerung der Holzfenster incl. Laibungsdämmung; energetische Ertüchtigung der historischen Haustür; Fußbodenheizung; Einbau eines Grundofens in Lehmbauweise mit Kalk und Marmorputztechnik

Daniel Tomowski aus Bad Harzburg: Neubau eines KfW Effizienzhauses 55

Stephanie & Jörg Edelmann aus Bad Harzburg: Sanierung eines Zweifamilienhauses von ca. 1875 zum KfW Effizienzhaus 85
Maßnahmen: Dämmung Wände und Boden, Fenstererneuerung, Wandheizung in Lehmputz + selbstständige Planung und Verlegung von Grabenkollektoren für Wärmepumpe; Verwendung von ökologischen Materialien

Nadine Borchers & Stefan Heftrich aus Goslar: Sanierung eines Einfamilienhauses von 1938 durch KfW Einzelmaßnahmen

Erste Auszeichnungsrunde 2017/2018

Verleihung_Grüne Hausnummer 2018
© Landkreis Goslar 
In der ersten Auszeichnungsrunde 2017/18 ging die "Grüne Hausnummer" an folgende Hausbesitzer:

Christiane Lorenz-Laubner und Harald Laubner aus Braunlage:                   Neubau eines Einfamilienhauses nach KfW-55-Standard (Baujahr 2017). 

Regina Wand und Jörg Schricke aus Seesen: Neubau eines Einfamilienhauses nach KfW-55-Standard (Baujahr 2017).

Ulrike Leunig-Wilgerodt aus Goslar: Neubau eines Einfamilienhauses nach KfW-Energiesparhaus 60- Standard (Baujahr 2008) sowie  Nachrüstung jeweils einer Solarthermie- und einer Photovoltaikanlage im Jahr 2008 & 2009.

Elke Fahlbusch-Mayer und Thomas Mayer aus Seesen: Sanierung eines Mehrfamilienhauses (Baujahr 1911) im Jahr 2010 nach KfW-Effizienzhaus-100-Standard.

Heidelore und Werner Brehmer aus Seesen: Sanierung eines Zweifamilienhauses (Baujahr 1963) durch Einzelmaßnahmen (ohne KfW-Mittel) im Jahr 2008.
Maßnahmen: Fassadendämmung, Fenstererneuerung, Heizungserneuerung (Pelletkessel), Wärmedämmung des Daches, der obersten Geschossdecke und der Kellerdecke.

Familie Matschke aus Goslar: Sanierung eines Einfamilienhauses im Jahr 2010 (ohne KfW-Mittel).
Maßnahmen: Fassadendämmung, Fenstererneuerung, Wärmedämmung des Daches.

Anja Werner und Günter Leidig aus Langelsheim: Sanierung eines Einfamilienhauses (Baujahr 1968) nach KfW-Effizienzhaus 115-Standard.

Jutta und Kai Bernsdorf aus Seesen: Sanierung eines Einfamilienhauses (Baujahr 1936) in den Jahren 2015 und 2016 (mit KfW-Mitteln). Maßnahmen: Fassadendämmung, Fenstererneuerung und Heizungserneuerung.

Margit und Rainer Stiegen aus Bad Harzburg: Sanierung eines Mehrfamilienhauses (alter Bauernhof, Baujahr 1835), seit 2011 bis voraussichtlich Frühjahr 2018 (ohne KfW-Mittel).
Maßnahmen: Fassadendämmung, Fenstererneuerung, Heizungserneuerung (Holzpelletheizung), Wärmedämmung der Bodenplatte, die oberste Geschossdecke soll in diesem Jahr gedämmt werden.

Iris und Martin Hennseler* aus Seesen: Bau eines Passivhauses (Baujahr 2009).

Familie Knaack* aus Clausthal-Zellerfeld: Neubau eines Einfamilienhauses nach KfW-55-Standard (Baujahr 2017).