Sie können sich den Textinhalt mit der Zugriffstaste Ihres Browsers und der Ziffer 1 vorlesen lassen. Bei Verwendung des Internet Explorers drücken Sie anschließend bitte die Enter-Taste.? Näheres zu Zugriffstasten finden Sie unter ?Informationen zum Vorlesesystem?.

Hilfsnavigation

Kontakt | Impressum | Datenschutz | Erklärung zur Barrierefreiheit | Hinweis-Formular | Bürgerservice | Wirtschaft & Tourismus | Bildung & Kultur | Grußwort

Volltextsuche

Informationen zum Vorlesesystem

Die gute fachliche Praxis der Heckenpflege in der Landwirtschaft

§ 5 Bundesnaturschutzgesetz


Bei der landwirtschaftlichen Nutzung sind neben den Anforderungen, die sich aus den für die Landwirtschaft geltenden Vorschriften und aus § 17 Absatz 2 des Bundes-Bodenschutzgesetzes ergeben, insbesondere die folgenden Grundsätze der guten fachlichen Praxis zu beachten:

1. die Bewirtschaftung muss standortangepasst erfolgen und die nachhaltige Bodenfruchtbarkeit und langfristige Nutzbarkeit der Flächen muss gewährleistet werden;

2. die natürliche Ausstattung der Nutzfläche (Boden, Wasser, Flora, Fauna) darf nicht über das zur Erzielung eines nachhaltigen Ertrages erforderliche Maß hinaus beeinträchtigt werden;

3. die zur Vernetzung von Biotopen erforderlichen Landschaftselemente sind zu erhalten und nach Möglichkeit zu vermehren;
4. …
5. …
6. …

§ 17 Gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft (Bundesbodenschutzgesetz)

(1) Bei der landwirtschaftlichen Bodennutzung wird die Vorsorgepflicht nach § 7 durch die gute fachliche Praxis erfüllt. Die nach Landesrecht zuständigen landwirtschaftlichen Beratungsstellen sollen bei ihrer Beratungstätigkeit die Grundsätze der guten fachlichen Praxis nach Absatz 2 vermitteln.

(2) Grundsätze der guten fachlichen Praxis der landwirtschaftlichen Bodennutzung sind die nachhaltige Sicherung der Bodenfruchtbarkeit und Leistungsfähigkeit des Bodens als natürlicher Ressource. Zu den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis gehört insbesondere, dass

1.die Bodenbearbeitung unter Berücksichtigung der Witterung grundsätzlich standortangepaßt zu erfolgen hat,


2.die Bodenstruktur erhalten oder verbessert wird,


3.Bodenverdichtungen, insbesondere durch Berücksichtigung der Bodenart, Bodenfeuchtigkeit und des von den zur landwirtschaftlichen Bodennutzung eingesetzten Geräten verursachten Bodendrucks, so weit wie möglich vermieden werden,


4.Bodenabträge durch eine standortangepaßte Nutzung, insbesondere durch Berücksichtigung der Hangneigung, der Wasser- und Windverhältnisse sowie der Bodenbedeckung, möglichst vermieden werden,


5.die naturbetonten Strukturelemente der Feldflur, insbesondere Hecken, Feldgehölze, Feldraine und Ackerterrassen, die zum Schutz des Bodens notwendig sind, erhalten werden,


6.die biologische Aktivität des Bodens durch entsprechende Fruchtfolgegestaltung erhalten oder gefördert wird und


7.der standorttypische Humusgehalt des Bodens, insbesondere durch eine ausreichende Zufuhr an organischer Substanz oder durch Reduzierung der Bearbeitungsintensität erhalten wird. 

 

Bedeutung der Hecken für Vögel

Die Rolle von Flurgehölzen als Lebensraum für Vögel gleidert sich wie folgt:

  • Brutplatz
  • Nahrungsplatz
  • Zufluchtsort vor beutegreifenden Vögeln und Säugetieren
  • Schutz vor Witterungseinflüssen und landwirtschaftlichen Arbeiten
  • Aussichts-, Späh- und Singwarte
  • Schlafplatz (GÖRNER 1980)

Geeignete Pflegemaßnahmen für Hecken

  • Geeignete Pflegemaßnahmen sind "Auf den Stock setzen" (d.h. 15-30 cm über dem Erdboden glatt absägen) hierfür geeigneter Sträucher und Bäume, um die Heckenpflanzen in einem jugendlichen Stadium zu erhalten. Diese Pflegemaßnahmen sollten in einem zeitlichen Abstand von 10 - 15 Jahren erfolgen und nur Teilabschnitte der Hecke betreffen (höchstens 20% der Hecke insgesamt).
  • Seit einigen Jahrzehnten nicht gepflegte Hecken, die viel Totholz aufweisen, sollten wenig bis gar nicht gepflegt werden, weil eine besondere Bedeutung für den Artenschutz unterstellt werden kann.
  • Einzelne Solitärgehölze bzw. Schirmbäume in den Feldhecken sollten bei der Pflege erhalten bleiben.
  • Für bestehende Feldheckennetze und bei höherer Heckendichte sind Pflegekonzepte von Vorteil. Darin sollte beschrieben werden, wie Heckensysteme einer Gemarkung oder auch eines größeren landwirtschaftlichen Betriebes innerhalb einer 10-15-jährigen Rotationsphase gepflegt werden sollen.
  • In Baumhecken kann eine Einzelstammentnahme von Werthölzern aus naturschutzfachlichen Gründen erfolgen, wenn eine Gehölzschutzverordnung oder eine Schutzgebietsverordnung nichts Anderes regelt. Soweit vorhanden, sollte zum Ersetzen dieser Bäume die Naturverjüngung genutzt werden.
  • Die Heckenpflege sollte im späten Winterhalbjahr erfolgen. Bäume sollte an frostfreien Tagen besägt werden.
  • Verbot der Heckenpflege im Zeitraum vom 01. März bis zum 30. September.
  • Baumpflege kätzchentragender Weiden möglichst nur bis zum 01. Februar.

(Quelle: Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Mecklenburg-Vorpommern "Landschaftsökologische Grundlagen zum Schutz, zur Pflege und zur Neuanlage von Feldhecken in Mecklenburg-Vorpommern", verändert)